Wie du als echtes #SelfnessGirl deine persönliche Grenzen setzt und verteidigst

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Zunächst eine ganz wichtige Info für euch ALLE! Diese Thema betrifft JEDE von uns. (Wenn du eine Ausnahme bist, dann Halleluja und Hut ab) Aber wirklich vielen von uns fällt es schwer, persönliche Grenzen zu ziehen. Wir haben zwar welche, aber sie dann auch einzufordern oder dazu zu stehen, ist einfach oft sehr schwierig. Vor allem dann, wenn es um Familie, den Freund / Ehemann oder die Beste Freundin geht.

Persönliche Grenzen zu ziehen ist ja noch das Eine – sie dann aber auch einzufordern ist etwas ganz anderes



Du nimmst dir zum Beispiel ganz fest vor, dich von deinen Eltern nicht mehr so bevormunden zu lassen. Immerhin bist du alt genug! Du hast einen Job, du verdienst dein eigenes Geld, du lebst dein eigenes Leben. Aber irgendwie schaffen sie es doch immer wieder, dass du dich zeitweise wegen ihnen wie ein kleines Kind fühlst. Weil sie sich einmischen, weil sie die Grenzen, die du ziehen möchtest, immer wieder überschreiten. Und du schaffst es einfach nicht, ihnen dabei irgendwas entgegenzusetzen.



Hier kommt deine persönliche SelfnessGirl „Grenz Patrouille“

Genau so sieht es in solchen Momenten aus: Jemand überschreitet deine persönliche Grenzen und du traust dich dann wieder nichts zu sagen. Du tust Dinge, die du gar nicht tun willst. Und noch viel schlimmer, du fühlst dich dabei einfach grauenhaft. Klein, wehrlos und unsicher. Und dieses Gefühl macht dich wahnsinnig. Du bist innerlich angespannt, du ärgerst dich, du könntest schreien. Und was tust du? Genau! Wie ganz viele in dieser Situation – du tust nichts. Weil du bist ja ein liebes Mädchen, du bist gut erzogen und du kannst ja jetzt keine Szene machen.

Wirklich nicht?

Du willst zwar, dass alle deine persönlichen Grenzen akzeptieren, aber du forderst es doch auch nicht wirklich ein. Denn du hast Angst davor, dass man dich dann mit Liebesentzug straft und dich für abgrundtief unfreundlich und gesellschaftlich nicht akzeptabel hält. („Was spinnt denn die so rum?“ / „Was hat sie denn jetzt wieder?“ / „Mit der stimmt ja auch was nicht!“ / „Jetzt stell dich doch nicht so an“ …… )

Jede von uns hat ihre ganz eigene Vorstellung von „ihren“ persönlichen Grenzen

Jede von uns definiert Grenzen anders. Für die eine von euch ist es ok, wenn mal jemand mit einem blöden Spruch kommt – ihr macht euch darüber keine Gedanken – so was prallt an eurer unsichtbaren Schutzmauer einfach ab. Für eine andere kann ein doofer Spruch ein riesiges Problem sein, über das noch tagelang nachgedacht wird. Jede fühlt eben an einem anderen Zeitpunkt, die eigene Grenze überschritten.

Im umgekehrten Fall überschreiten wir selbst auch immer wieder die Grenzen anderer. Meist unbewusst und unabsichtlich. Und solche kleine Übertretungen stecken wir meist alle ganz gut weg. Das gehört zu unserem Alltag einfach dazu.



Was musst du aber tun, wenn es um Grenzen geht, die absolut nicht überquert werden dürfen?

Wenn jemand eine deiner Grenzen zu massiv überschreitet, dann ist der Zeitpunkt gekommen um darauf aufmerksam zu machen! Und zwar laut und deutlich! „Halt, Stop – bis hierher und nicht weiter!“

Ich möchte dir hier nun einige Punkte zusammenfassen wie du es in Zukunft schaffst, dass deine Eltern, deine Kollegen oder Freunde deine Grenzen akzeptieren lernen und du dich deswegen nicht mit einem schlechten Gewissen plagen musst.


So baust du dir starke Grenzen
Es gibt Menschen, die schaffen es einfach so, eine starke und mächtige Grenze um sich zu ziehen. Sie achten auch immer darauf, dass diese nicht überschritten wird und wenn das der Fall ist, dann merken andere recht schnell woran sie sind. Es gibt aber auch jene unter uns, die fast keine Grenze um sich herum haben. Leider bist du damit auch schnell Opfer!

Ein Opfer, weil du dann Dinge machst, die du gar nicht willst. Ein Opfer, weil du verantwortlich gemacht wirst, obwohl es gar nicht deine Schuld war. Ein Opfer, weil du unhöflich behandelt wirst, obwohl du das gar nicht verdient hast.

Kommt dir das bekannt vor? Dann musst du dir eine Grenze bauen und dir darüber auch im Klaren sein, dass dieser Schritt absolut notwenig ist. Wo möchtet du diese Grenze haben, welche Dinge sind dir dabei wichtig? Warum sind sie dir wichtig? Was wirst du ab sofort nicht mehr länger akzeptieren? Mach dir also einmal wirklich Gedanken darüber, wo du welche Grenzen ziehen möchtest. Für wen sie gelten und für wen vielleicht nicht!



Beispiel: Du ärgerst dich ständig, weil dich ein Kollege im Job kritisiert. Dazu fehlt im aber jedes Recht, da er weder seine eigenen Arbeit besser macht, noch sich in deinem Aufgabenbereich überhaupt auskennt. Jedesmal, wenn wieder etwas von ihm kommt, könntest du ihm an die Gurgel springen. Er überschreitet nämlich damit immer ganz klar deine persönliche Grenzen.

Was wirst du tun?
Dir ist zumindest einmal bewusst, dass du hier eine deutlichere Grenze ziehen musst, die dein Kollege nicht mehr missachten kann. Die Kritik, die von ihm kommt – wirst du nicht mehr länger akzeptieren. Wenn du also das nächste Mal in diese Situation kommst, dann lass ihn wissen, dass er so nicht mit dir reden kann. Wichtig ist, dass du ihm das mit absolutem Selbstbewusstsein und Eindringlichkeit sagst. Er muss wirklich merken, dass du es erst meinst. Bleib dabei aber ruhig und freundlich – dann bietest du ihm auch keinen Grund, gleich wieder mit etwas Neuem um die Ecke zu kommen („Na, heute in wenig zickig?? oder so in der Art ,… wir kennen die Sprüche ja alle)

Spielen wir mal die Situation durch, wie du hier im Gespräch reagieren kannst
Kollege X: „Also so wie du das machst, kann man das doch echt nicht machen? Hast du keine Bessere Idee? Naja, ist ja nicht das erste mal, das bei dir was daneben geht … „
Du: „Hör mir bitte gut zu. Es ist nicht in Ordnung, dass du dich in meine Arbeit einmischt. Ich will, dass du diese Kommentare ab sofort sein lässt. Ich werde dein Verhalten auch nicht länger tolerieren. Solltest du (irgendwann) konstruktive Vorschläge für unseren Bereich haben, wende dich bitte an unseren Abteilungsleiter. Ich werde mit dir in Zukunft keine Gespräche dieser Art mehr führen.

Kollegen X kannst du dann gerne mit offenem Mund stehen lassen und dich wieder deiner Arbeit widmen.



Lerne „Nein“ zu sagen, um deine Grenzen zu verteidigen
Es ist dein gutes Recht, einzufordern, was für dich wichtig ist. Es ist darum auch dein gutes Recht, Nein zu sagen. Nein ist allerdings eine Grenze, die weder leicht auszusprechen ist, noch leicht von anderen akzeptiert wird. Hier wird du wohl mit der heftigsten Gegenwehr rechnen müssen. Denn für dein Gegenüber ist es dann ziemlich unbequem, deine persönliche Grenzen zu akzeptieren! Du musst deswegen auch damit rechnen, dass jemand hier deine Grenzen sabotieren will. Aber du bist ein SelfnessGirl und deswegen lässt du dich hier auch nicht einschüchtern. Auch wenn es am Anfang schwierig sein kann, wird Übung dich zur Meisterin machen.

Ein Nein solltest du immer freundlich, aber bestimmt aussprechen. Du kannst auch gerne Verständnis dafür zeigen, dass dein Gegenüber vielleicht enttäuscht ist, aber lass dir deine „Nein Grenze“ deswegen nicht einrennen!



Beispiel: Jedes Jahr Ende Mai steht bei euch ein Familienfest am Programm. Oma hat Geburtstag und deswegen kommen alle Verwandten zu Besuch. Vor allem deine Mama legt viel Wert darauf, an diesem Tag ihre strahlende Tochter in bestem Licht zu präsentieren. Nur heuer möchtest du an diesem Wochenende lieber mit deiner Besten Freundin ans Meer fahren – weil es da dieses Superschnäppchen für dieses tolle Hotel gibt. Mit schlechtem Gewissen buchst du und weißt gar nicht, wie du das nun deiner Mutter sagen sollst!

Was wirst du tun?
Du fühlst dich auf diesem Familienfest schon seit Jahren eh nicht wirklich wohl, und bist froh, wenn alles wieder vorbei ist. Aber du bist doch immer mit dabei, weil du eben niemanden vor den Kopf stoßen willst. Vor allem nicht deine Mutter.

Spielen wir diese Situation mal durch:
Deine Mama: „Ich freue mich schon so auf das Fest für Oma. Heuer kommt auch extra deine Cousine aus Amerika, weißt eh, die mit diesem tollen Geschäftsmann verheiratet ist. Das wird sicher ganz toll, oder? Weißt du schon was du anziehen wirst?“
Du: „Mama, gut das du das ansprichst. Ich möchte deswegen eh schon lange mit dir reden. Ich werde nämlich heuer nicht mit dabei sein! Ich fahre mit meiner Freundin ans Meer. Wir freuen uns schon sehr darauf. Ich weiß, du bist jetzt sicher enttäuscht – aber diesmal geht es sich einfach nicht aus.“

Jetzt musst du stark bleiben. Denn jetzt kommt alles was deine Grenzen sabotieren kann.
„Aber das kannst du dich nicht machen! Oma wird so enttäuscht sein! Wer weiß, wie oft wir überhaupt noch mir ihr Geburtstag feiern“ …. und so weiter und so weiter!

Genau in dieser Situation musst du zu deiner Entscheidung stehen und auch dabei bleiben (wenn sie dir wirklich wichtig ist!!) Und du musst es jetzt eben auch aushalten, dass deine Mutter eine Zeit lang eingeschnappt sein wird. Wenn dir deine Bedürfnisse jetzt wirklich wichtiger sind, dann musst du das jetzt auch durchziehen. Wenn es dir ganz ganz ganz schwer fällt, bei deiner Meinung zu bleiben, kannst du zumindest eine Alternative anbieten. Dass du vielleicht ein paar Tage vorher deine Oma besuchen gehst. Biete deiner Mama auch an, dich dabei zu begleiten. So könnt ihr beide aus der Situation etwas positives machen, und du hast dir doch deine eigene Grenze gezogen.

#SelfnessGirl Tipps: Bleibe in schwierigen Situation ruhig und sachlich



Wenn andere deine Genzen sabotieren wollen, dann bleibe trotzdem immer ruhig und sachlich und lege deinen Punkt so lange dar, bis der andere verstanden hat, worum es dir geht. Stehe zu deinen Grenzen und sage klar, was du willst oder auch nicht willst. Zeige aber auch Verständnis für dein Gegenüber und bleib immer respektvoll.

Zeige dein Maß an Konfliktbereitschaft
Um deine Grenzen zu verteidigen musst du sicher auch hin und wieder ein gewisses Maß an
Konfliktbereitschaft mitbringen. Du musst dir also auch bewusst sein, und es dir erlauben, dass hier auch mal ein Streit entstehen können. Aber um deine Grenze zu verteidigen, musst du so einen Konflikt auch einfach einmal aushalten kann. (Du kannst das ja immer wieder an verschieden Beispielen üben)

Wenn solche Sätze fallen – dann brauchst du deine SelfnessGirl Verteidigungs- Strategie, denn dann will dich dein Gegenüber ganz einfach erpressen, oder zumindest riesige Schuldgefühle auslösen!

„Das kannst du doch nicht machen …“
„Wenn dir deine Familie mehr wert wäre, dann …“
„Aber es ist doch nur einmal im Jahr …“
„Ich bin so enttäuscht von dir …“
„So etwas kannst du mir nicht antun ..“
„Aber ich bin doch deine Beste Freundin …“
„Was soll ich denn jetzt tun …?“
„Ich werde mich nie wieder auf dich verlassen …“

Auch hier solltest du, wenn dir dein Anliegen und deine persönliche Grenze wichtig ist, immer zu deiner Entscheidung stehen. Wenn du hinter deiner Entstehung stehst, dann wirst auch auch diesen sabotierenden Argumenten standhalten.



Und dann kannst du auch bald sagen: Ich habe meine persönlichen Grenzen und es ist für mich wirklich in Ordnung, diese Grenzen einzufordern und notfalls auch zu verteidigen. Denn es geht um Dinge, dir DIR wichtig sind und Dinge die DU so entschieden hast.

Weil du eben ein starkes, selbstbewusstes und fabelhaftes #SelfnessGirl bist!!

 

Wo fällt es dir besonders schwer Grenzen zu ziehen? Oder wem gegenüber tust du dir schwer, auch einmal konsequent Nein zu sagen? Ich freue mich auf deine spannenden Kommentare …

Bis bald SelfnessGirls, eure Martina

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